Turnverein Lahr v. 1846 e.V.

News

Gelungene Bühnenschau des TV Lahr

Freitag, 20.03.2015

zur Bildergalerie

Faszinierendes „Leben in Lahr“

(lh) Was waren das doch für schöne Bilder, die man am 20. und 21. März von der diesjährigen TV-Bühnenschau mit nach Hause nahm! Bilder von einem vielfarbigen Lahr mit quicklebendigen, sportlich agilen Menschen. Von raffinierten, fein ausgearbeiteten Tanzformationen, von suggestiven Bühnenbeleuchtungen, jeweils passend zu den adretten, teilweise knalligen Kostümen. Schon immer hatten ja die Bühnenschauen des Turnvereins exzellenten Sport und brillante Show geboten und waren Höhepunkte im Vereinsleben. Und daher durften sich die Besucher auch dieses Mal wieder auf pfiffige Ideen, ausgefeilte Tanzchoreographien und artistische Turnakrobatik freuen.

Die leitende Grundidee der diesjährigen Schau war Gerlinde Marquardt zu verdanken. Die Zuschauer sollten auf einen unterhaltsamen Rundgang durch unsere Stadt mitgenommen werden und zu Stellen geführt werden, an denen die jeweiligen Gruppen mit ihren tänzerischen, gymnastischen und turnerischen Präsentationen aufwarteten. Sowohl die Gruppen als auch die Orte des Geschehens erschienen als Bildprojektionen auf den Leinwänden neben der Bühne und sorgten für zusätzliche Veranschaulichung. Die geschickt, oft witzig ausgewählten Musiken wurden von Artur Seel präzise und sehr professionell eingespielt und sorgten für reizvollen akustischen Pep. Ein Glücksfall war auch die Moderatorin des Abends. Larissa Bothor war quasi in letzter Minute eingesprungen und erläuterte charmant und abwechslungsreich die einzelnen Auftritte. Das tat sie so selbstsicher und unverkrampft, als hätte sie nie etwas anderes gemacht in ihrem Leben!

Schon die erste Szene ließ erahnen, wie sich dieses „Leben in Lahr“ gestalten würde. Auf die flotte Musik aus „Starlight Express“ rollten die Kinder aus der Leichtathletikabteilung von Michaela Esslinger mit ihren Trolleys zügig in den Lahrer Bahnhof ein, der sich in schönstem Chrysanthemenschmuck präsentierte. Und gleich ging´s mit den Minis hinauf ins Terrassenbad, wo Renate Eckenfels ihre kleinen Turnerinnen ganz schön in Schwung brachte. Herrlich rührende Bilder von den Kleinsten, die mit Schwimmreifen, Poolnudeln, Wasserbällen bepackt auf der Bühne herumwuselten. Fasziniert vom tosenden Beifall blickten einige gegen Ende gedankenverloren und fragend in den für sie im Dunkeln liegenden Zuschauerraum hinein, als wollten sie die Bühne gar nicht mehr verlassen.

Spannungsvolle Kontraste

Als Kontrapunkt dazu dann beschauliche, geradezu meditative Bilder im herbstlich gefärbten Stadtpark. In schwarzen Gewändern, mit roten Fächern, konzentriert, mit ruhig fließenden Bewegungen - so zelebrierten die Erwachsenen der TaiChi-Gruppe von Hannes Schnurr bei sanfter, entspannender Musik ihre fernöstlichen Bewegungskunst. Und auch noch im Stadtpark gleich danach der stimmungsvolle Lampiontanz der Kindergruppe „Tänzerische Bewegungserziehung“ von Edda Siefert. Die leicht dahinschwebenden Lampions tupften bunte Farbkleckse ins abendliche Dämmerlicht des Stadtparks.

Wild und temperamentvoll war es dann wieder bei den Jugendturnerinnen von Bettina Barho und Manuela Kohler. Eigentlich, so Moderatorin Larissa verschmitzt, seien die Bänke auf dem Schutterlindenberg ja zum Ausruhen da. Aber natürlich nicht für quecksilbrige, bewegungshungrige Jugendturnerinnen. Sie übersprangen Tische und Bänke, mit Salti ging´s über Boden und Matten, und man staunte über die Keckheit und Geschmeidigkeit dieser „JuTis“.

Der ästhetisch ansprechende Bilderbogen der Ballett- und Dance-Gruppen von Anna Seel war dann im Kulturbüro verortet. Die verschiedenen Klassen aus „Annas Ballettschule“ bezauberten mit ihren gefälligen Positionen und leichtfüßig-graziös ausgeführten Sprüngen und Schrittkombinationen. Stilvolle Bilder von klassisch bis modern in warmen, dezenten Farben!

Originell und witzig schließlich die Idee der Gruppe „Fit und gesund“, die Traudel Bothor in eine Pizzeria führte. Die fitten Seniorinnen und Senioren simulierten einen alternativen, also nicht-kulinarischen Umgang mit den Pizzen, indem sie zum wiegenden Rhythmus des eingängigen Ohrwurms „Thank you for the Music“ mit weit ausgreifenden Bewegungen Frisbee-Scheiben schwangen. Als Kontrast dazu dann gleich die fetzige Musik der Jazz&Hip-Gruppe von Anna Seel. Auf ihre bunt schillernden Tütüs  waren CDs aufgenäht, denn sie hatten sich in der CD- Abteilung eines Kaufhauses ihre poppigen Musiken ausgesucht. Der fröhliche Melodienmix schien die hippeligen Jugendlichen auf ihrer Shoppingtour in einen aufregenden tänzerischen Kaufrausch zu versetzen.

Dann führte Petra Ludwig ihre energiegeladenen Kunstturnerinnen ins Fitnessstudio. Hier konnte das Auge den wirbelnden Salti und Flickflacks der „KuTis“ kaum mehr folgen. Eine wahre Herausforderung für den Fotografen! Ein wenig gemächlicher, aber auch witziger lief es dann wieder am Fischerknab ab. Vier Übungsleiterinnen mit aus den Fugen geratenen „BMIs“ gingen draußen im Wald buchstäblich am Stock, indem sie versuchten, sich beim „Nordic Walking“ zu einer bodenständigen „Tritsch-Tratsch-Polka“ ihren „Körpermassenindex“ auf Idealmaße herunter zu trainieren. Vor der drahtigen Joggerin, die immer wieder provokativ an ihnen vorbeirauschte, mussten sie aber schließlich resigniert ihre Walkingstöcke strecken. Außer Atem gekommen luden sie dann das Publikum zum „Umtrunk“ in die wohlverdiente Pause ein. Eine drollige Idee von Gerlinde Marquardt!

Aber gleich danach war alles schon wieder „Drunter und Drüber“ am Alten Rathaus, wo offenbar die lange Außentreppe den Gedankenimpuls geliefert hatte für die draufgängerische Parkour-Truppe von Edi Justus. „Parkour“, so informierte Larissa, ist eine junge Trendsportart, bei der Jugendliche alle architektonischen Hindernisse, die sich ihnen bei ihren Streifzügen durch die Großstädte in den Weg stellen, möglichst schnell, effektiv und gewandt überwinden. Und so ging´s auch hier kopfüber über Treppen, Kisten und Kästen mit bewundernswerter Gewandtheit und Körperbeherrschung. - Vom Alten Rathaus ist es ja nicht mehr weit bis zum Kino. Dort verbrachten die HipHop-Mädchen von Jessica Hartmann und Jennifer Kramer einen äußerst vergnüglichen Abend. Beeindruckend und mitreißend ihre mal düster-expressiven, mal kessen Tänze, je nach den Filmmusiken! Und jeweils passend dazu auch die Kostüme, gangsterhaft-bedrohlich oder heiter-folkloristisch.

Eine Schau der Generationen

Es ist bei den TV-Bühnenschauen immer wieder eindrucksvoll, wie hier alle Generationen ihre sportlichen Beiträge leisten und welche kreativen Potenziale in solch einem Verein stecken. Die jüngsten Teilnehmer waren nämlich erst vier Jahre alt, der älteste hatte aber schon seinen 90. Geburtstag feiern dürfen. Und diese personelle Bandbreite sorgte dann auch im Programmablauf für viel Abwechslung. So konnte man nach den beiden turbulenten Auftritten der Jugendlichen wieder Atem schöpfen, indem man sich mit der Frauenriege von Ulrike Andratschke auf den Marktplatz zum Einkaufsbummel begeben durfte. Auch diese Seniorinnen boten mit ihren überquellenden Einkaufskörben und den bunten Stockschirmen ein farbenfrohes Bild, zumal sie sich bei einem Marktschwätzchen auch noch locker, koordiniert und rhythmisch elegant bewegten.

Halsbrecherische Akrobatik lieferten dann wieder die Turnakrobaten von Manuel Rothmann am Storchenturm, und die Fechter von David Geißel und Helga Eiermann zogen vor dem Henkerhiisli eine veritable Hinrichtungsszene ab, bei der sich die 48er Revoluzzer heftige Gefechte mit der Bürgerwehr lieferten, um den Deliquenten zu befreien. Etliche Tote mussten von der blutgetränkten Walstatt gezogen werden. Aber am Schluss schmetterten die tollkühnen Musketiere siegestrunken das Badnerlied, das auch gleich auf das begeisterte Publikum übersprang.

Gesitteter, kultivierter ging es aber dann wieder bei den „Avanti“-Tänzerinnen von Anna Seel zu, spielte deren Szene doch in der Stadtbibliothek. Vor die Wahl gestellt, ob sie lieber in aller Ruhe Bücher lesen oder doch eher tanzen sollten, entschieden sie sich diplomatisch für beides: Tanzen in den Kostümen und auf die Musik von literarischen Bestseller-Figuren wie Mary Poppins und Pippi Langstrumpf. Und diese Entscheidung war natürlich ganz im Sinne des Publikums, das diesem beherzten Auftritt begeistert applaudierte.

Zum „Leben in Lahr“ gehört natürlich auch die Chrysanthema. Ihr widmeten sich die Gymnastinnen von Viktoria Tereschenko. Auf den Plätzen der Innenstadt schwelgten sie geradezu im farbenprächtigen Blumenmeer und tanzten in ihren extravaganten Gymnastikanzügen ihre hinreißenden Choreographien. Ihre Handgeräte: vielfarbige Chrysanthemen statt Keulen. Ein wahrer Farbenrausch und Augenschmaus! Ebenso wie die beiden Solotänze, die am Freitag Lea Kraus, am Samstag Lea Hoffmann auf die Bühne zauberten. Profitänzerin Lea Kraus, Finalistin der Casting-Show „Got to Dance“, war eigens für diese eine Aufführung aus der Türkei angereist um vor heimischem Publikum ihre tänzerische Aufwartung zu machen und sich im Interview mit Larissa für die profunde Ausbildung im TV Lahr zu bedanken. Die „kleine Lea“ ließ am Samstag dann unschwer erkennen, dass hier ein weiteres vielversprechendes Talent heranwächst.

Und schließlich nach zweieinhalb Stunden der grandiose „Abflug“ der Kunstturnerinnen und Kunstturner. Manuel Ludwig hatte ihn natürlich an den Lahrer Flugplatz verlegt. Vor dem Hintergrund eines aufsteigenden Starfighters zogen diese springlebendigen Akrobaten nochmals alle Register ihres turnerischen Könnens und präsentierten eine geradezu sensationelle Flugshow, deren untermalende Musik meist im tosenden Beifall des enthusiastischen Publikums unterging.

Während dann die einzelnen Gruppen sich zum großen Schlussakt auf der Bühne versammelten, ließ Artur Seel - genau passend zum Motto des Abends und zur überschwänglichen Stimmung im Saal - die schwärmerische Hymne auf Stadt und Verein erklingen:

„Nur du bist meine Liebe, meine Stadt und mein Verein.

Es gibt eine Million Gründe auf dich stolz zu sein.“

Was für ein Finale!

Zum Schluss schließlich noch das große Dankeschön von Jürgen Kattinger an alle Mitwirkenden auf und hinter der Bühne, Blumensträuße für Larissa sowie für die Hauptverantwortlichen Traudel Bothor und Renate Eckenfels – und nicht enden wollender Applaus! Das imposante Schlussbild mit allen 260 Beteiligten blieb sicher noch lange als tiefer Eindruck in den Köpfen der Besucher haften.